Die Studie im Auftrag des Stern wurde von www.statista.com erstellt.
Was haben Ärzte, Elektroingenieure, Sozialarbeiter und Psychologen gemeinsam? Laut Nachrichtenmagazin „Stern“ gehören sie zu jenen Berufsgruppen in Deutschland, die 2008 weniger Einkommen erzielen konnten als 1990. Dies ist abzulesen in einer großen Einkommenstabelle von100 Berufen, veröffentlicht in dem am Donnerstag erschienenden Wochenmagazin. Der Einkommensreport zeigt den Bruttoverdienst im Jahr 1990 und 2008 im Vergleich.
Trotz Einkommensplus weniger Kaufkraft
Danach verdiente beispielsweise ein Sozialarbeiter 2350 Euro (brutto) im Jahr 1990, im Jahr 2008 waren es 2820 Euro. Insgesamt zwar ein Plus von 470 Euro, inflationsbereinigt jedoch ein Minus von 18 Prozent. Denn der „Stern“-Gehaltsreport berücksichtigt erstmals die Inflation, die im Vergleichszeitraum insgesamt bei 47 Prozent lag. Trotz einer nominalen Einkommensverbesserung in vielen Berufen führte die Geldentwertung dazu, dass 2008 unterm Strich weniger verdient wurde als 1990. Ein Verdienst von umgerechnet 1000 Euro im Jahr 1990 entsprach 2008 noch ungefähr einem Wert von 680 Euro. Die Kaufkraft eines Informatikers nahm danach im selben Zeitraum um 34 Prozent ab, die eines Arztes um 50 Prozent.
Weitere Trends des Einkommensreports: Angestellte und Beamte konnten ihr Einkommen steigern, während vor allem jüngere Arbeitnehmer Abstriche schon bei ihren Einstiegsgehältern hinnehmen mussten. Zusätzlich negativ wirkten sich hier auch die Zunahme befristeter Arbeitsverträge sowie die Abnahme von Sonderzahlungen aus. Selbstständige hingegen konnten laut Studie alle anderen Berufgruppen in ihrem Einkommen überflügeln.
Grundlage der Daten
Der „Stern“ beruft sich in seinem Einkommensreport auf die Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), das zum Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehört. Das SOEP befragt seit 1984 jedes Jahr mehr als 20.000 Personen in Deutschland, unter anderem zu den Einkommensverhältnissen. So ermittelt das SOEP nicht lediglich Tarifzahlungen, sondern, was bei den Haushalten faktisch ankommt. Zusätzlich hat Statista die Untersuchungen der Hans-Böckler-Stiftung zur Entwicklung der Tarifverträge und Daten des Statistischen Bundesamtes zur Einkommensentwicklung herangezogen.
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