Volksentscheid am 26. April 2009 Berlin: Kampagne für gemeinsamen Ethikunterricht gestartet

von Lars Haferkamp - 04.03.2009
SPD, Grüne, Linke und GEW unterstützen Bündnis „Pro Ethik“: Mit Aufrufen und Plakaten soll für ein Nein zum von „Pro Reli“ erzwungenen Volksentscheid am 26. April geworben werden - „Gemeinsam statt getrennt“ heißt das Kampagnenmotto: „Miteinander über verbindende Werte reden statt übereinander“ - Pro Ethik: „Am 26.4. Nein zum Wahlzwang!“

Umfrage: Sollen Berliner Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 gemeinsam einen Ethikunterricht besuchen?

Nun machen die Gegner von „Pro Reli“ mobil: Mit einer Kampagne will das Bündnis „Pro Ethik“ einen Erfolg des Volksentscheids für ein Wahlpflichtfach Religion/Ethik verhindern. „Wir wollen in den nächsten Wochen die Berliner über die Wichtigkeit gemeinsamen Ethikunterrichts für das Zusammenleben in unserer multikulturellen Stadt informieren“, so Bündnis-Sprecher Gerhard Weil bei der heutigen Präsentation der Kampagne. „Wir wollen zeigen, dass es besser ist, dass Jugendliche verschiedener kultureller, religiöser und weltanschaulicher Herkunft miteinander über sie verbindende Werte reden, statt übereinander.“

Weil wandte sich gegen die Unterstellungen von „Pro Reli“, es ginge darum, den Religionsunterricht einzuschränken. Deshalb wolle man darüber aufklären, „dass wir auch den Religionsunterricht in Berlin unterstützen, er soll weiterhin uneingeschränkt freiwillig sein.“ Weil warf „Pro Reli“ vor, einen „Wahlzwang“ zwischen Religion und Ethik einführen zu wollen. Genau dagegen wolle man die Berliner mobilisieren mit dem Motto: „Am 26.4. Nein zum Wahlzwang!“

Auch die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Rose-Marie Seggelke, kritisierte „Pro Reli“. Der Vereine täusche mit seinem plakatierten Wahlspruch „Freie Wahl“ eine Wahlfreiheit nur vor. Tatsächlich handle es sich nämlich um einen „Wahlzwang“, da sich jeder Schüler im Falle eines Erfolgs des Volksentscheides für eines der beiden Fächer entscheiden müssen.

Weiter kritisierte „Pro Ethik“, dass „Pro Reli“ zur Finanzierung seiner Kampagne Kirchensteuergelder „verschleudert“ habe. „Pro Ethik“ dagegen finanziere sich nicht aus Steuermitteln sondern ausschließlich durch Spendengelder. Bislang hätten SPD und Linke 40 000 Euro gespendet.

Der Sprecher von „Pro Ethik“ Gerhard Weil kündigte an, dass weitere Verbände und Parteien zusätzlich eigene Kampagnen durchführen werden. Zu den Unterstützern von „Pro Ethik“ gehören unter anderem die Landesverbände von SPD, Grünen und Linken, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Initiative "Christen pro Ethik" und die Humanistische Union.

Weitere Informationen unter: www.gemeinsam-ist-besser.de

 

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Channel: Inland  
Bundesland: Berlin  
AutorIn: Lars Haferkamp  

Pro Reli will Wahlfreiheit + ZUSAMMENARBEIT

Bild von Willi

Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ich zwangsweise ein Unterrichtsfach besuchen muss oder ob ich die Freiheit habe, zwischen Angeboten wählen zu können. Im Fremdsprachenunterricht spricht auch niemand davon den "Wahlzwang" zwischen den Fächern FRANZÖSISCH, SPANISCH oder LATEIN abzuschaffen. Vielmehr gilt es in einem weltanschaulichen Fach den Grundsatz zu wahren, dass der Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann.
Der Gesetzentwurf, über den am 26.4. abgestimmt wird, sieht ausdrücklich die Zusammenarbeit zwischen Ethik- und Religionsunterrichs vor.

heilloses Chaos bei Pro-Reli

Bild von sToacH

Pro-Reli fordert (lt. amtl. Info.zum VE S.4-13:):

- Bekenntnisunterricht (auch A. Merkel) und Religionskunde
- getrennter Unterricht aber gemeinsame Einheiten
- Benotung für Glauben im ordentlichen RU aber in jedem Schuljahr kann das Unterrichtsfach gewechselt werden, fördert Weitblick (S.8)

All dies gilt bei ihnen ab der 1. Klasse. Somit weiß kein Lehrer wieviel Stammschüler und wieviel Gastschüler er haben wird, Flickwerk! Arme Lehrer - da hilft nur noch beten.

Zu Pro Ethik hat Bundesverf.ger. im März 2007 beschlossen, "dass ein gemeinsamer Pflichtunterricht in Ethik die Integrationsziele der Berliner Schule besser erfüllen könne als eine Separierung nach Glaubensrichtungen" (s.20 obige Info)

In der Berliner Abendschau ist nun am 24.3. eine nicht benannte Studie erwähnt, die den RU als positiver bezeichnet. Auf Nachfrage ist diese Studie eine Befragung von 1600 SchülerInnen des evangel. Unterrichts in Berlin-Brandenburg, als "positive Selbsteinschätzung"; durchgeführt von Religionspädagoge Schieder an der HU. Die Gegengruppe Ethikschüler ist nicht erwähnt. Die Abendschau wollte die Spezifizierung der Studie nicht in folgenden Sendungen nachreichen.
Ist es Zufall, dass die Chefs des rbb Intendantin Reim und Chefredakteurin Nothelle beide Katholikinnen sind.
Ich fordere schon seit Jahren, dass im Rundfunkrat neben dem Vertreter von Protestanten, Katholiken, Juden und Moslems (alle drin) ein Vertreter der Religionslosen einen Platz bekommt - da 2/3 der Berliner keiner Religion angehören.
Höhepunkt im obigen Info, S.11, schreibt Pro-Reli:
"Heute ist die Forderung nach solch strikter Trennung von Kirche und Staat ebenso überholt wie unmodern."
Verfassungsrechtler wie von Camphausen u.a.halten diese Trennung aber für ein "hohes Gut"!
Fragt bitte unsere Pro-Reli-Politiker, Merkel, Nahles, Thierse...wie sie zu diesem Satz von Pro-Reli stehen

Es war etwas viel, aber nur mit fundierten Infos haben wir gegen die Medien- und Finanz-Übermacht eine Chance!

Ist ja auch ne Frechheit...

Bild von ky

... mal eben durch die kalte Küche den staatlichen Zwangs-Religionsunterricht an Schulen einzuführen - das hat sich nicht mal die Berliner CDU in den letzten 60 Jahren getraut.

Hier geht die Debatte los...

;-)

Ja.

Bild von Karsten Wiedemann

Tja, ja.

"Freiheits"-Begriff

Bild von ky

Die Kirchen fordern, dass man sich künftig zwischen Ethikunterricht ODER Religionsunterricht entscheiden MUSS. Mir ist absolut unklar, wie die meisten Medien und Bürger diese WahlPFLICHT als Freiheit verstehen. Hoffentlich scheitert dieses "Volks"-Begehren!

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