Europawahl beginnt heute Auftakt in den Niederlanden

von Kai Doering - 04.06.2009
Am heutigen Donnerstag beginnen die Europawahlen. Während in Deutschland erst am Sonntag abgestimmt wird, sind die Wähler in Großbritannien und den Niederlanden bereits heute aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Umfragen prognostizieren eine höhere Wahlbeteiligung als beim letzten Urnengang 2004.

Die Wahltage in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sind von der jeweiligen nationalen Tradition abhängig. So wählt Irland am Freitag seine Europaabgeordneten. Die Tschechen stimmen Freitag und Samstag ab. In Lettland, Malta, Zypern und der Slowakei wird am Samstag, in Italien am Samstag und Sonntag gewählt. Das Gros der Länder stimmt wie Deutschland am Sonntag ab. Das Gesamtwahlergebnis wird nicht vor Sonntagabend um 22 Uhr bekannt gegeben.

In Finnland, Schweden, Estland und Slowenien konnten die Wähler bereits vorzeitig ihre Stimme abgeben. So haben in Finnland zwischen dem 27. Mai und 2. Juni bereits 17,3 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Dies teilte das Europaparlament mit. In Schweden haben demnach bereits 6 Prozent der Wähler ihr Kreuz gemacht. Bei der Wahl 2004 waren es im selben Zeitraum nur 4,1 Prozent gewesen. In Estland geben die Wähler ihre Stimme für das Europäische Parlament erstmals elektronisch ab. Seit dem 28. Mai stimmten bereits 5,6 Prozent der Wahlberechtigten in dem baltischen Staat ab.

SPD holt deutlich auf

Prognosen sagen eine höhere Wahlbeteiligung als 2004 voraus. Nach der aktuellen Umfrage des Europäischen Parlaments, die zwischen dem 4. und dem 15. Mai erhoben wurde, werden sich 49 Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Das wären 3,5 Prozentpunkte mehr als 2004. Auch in Deutschland wird nur jeder Zweite von seinem Stimmrecht Gebrauch machen. Dies geht aus dem „DeutschlandTrend“ der ARD aus dem Mai hervor. Dieser sagt der SPD ein Ergebnis von 28 Prozent der Stimmen voraus. Dies wäre im Vergleich zur vorherigen Wahl ein deutliches Plus von 6,5 Punkten. Die CDU käme auf 31 Prozent und würde gemeinsam mit der CSU, der 6 Prozent vorausgesagt werden, um 6,5 Punkte absacken.

Bei der Europawahl ist jeder Unionsbürger wahlberechtigt, im jeweiligen EU-Land gemeldet ist, am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens drei Monaten in Deutschland oder anderen Mitgliedstaaten der EU lebt und nicht in Deutschland oder in anderen Mitgliedstaaten der EU vom Wahlrecht ausgeschlossen ist. EU-Ausländer dürfen somit auch in Deutschland abstimmen.

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Channel: Europa  
AutorIn: Kai Doering  

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