Falken warnen vor Kürzung von Jugendförderung Arbeit der freien Träger vor dem Aus

von Die Falken - 22.03.2010
Die Passanten auf der Königstrasse staunten nicht schlecht. Stand doch mitten in der Innenstadt ein Käfig voller Kindern. Offenbar nicht eingesperrt, denn in ihrem Käfig saßen die Kleinen brav mit Brettspiel und Malblock, um sich die Zeit zu vertreiben. Aber was sollte das? Und wie kamen die Kinder da hinein?

Aufschluss gab ein großes Transparent neben dem Käfig: „Wir wollen nicht in Euer Sicherungskonzept!“ Und so stand es auch auf den vielen Zetteln die kleine und große Falken den irritiert dreinblicken Fußgängern entgegen streckten. Die Falken machten am Schiffsmaskenbrunnen in der Duisburger Innenstadt darauf aufmerksam, dass die vorgesehenen Kürzungen im städtischen Haushalt das Ende jedweder offenen Jugendarbeit in Duisburg bedeutet. Und darauf, dass aktive Mitgliedschaft in Jugendverbänden mit Kosten verbunden ist, die nur noch von Besserverdienenden bestreitbar sind. Jugendarbeit wird entweder recht exklusiv oder eine reine Verwahrmaßnahme - grade so wie in dem „Sicherungs(konzept)käfig“. 

In der Fußgängerzone weckten die Falken mit ihrer Aktion allerlei Aufsehen. In zahlreichen Gesprächen fanden sie nicht nur Gehör für ihre Anliegen, sondern warben viele Unterstützer für ihre Forderung: „Kinder- und Jugendarbeit gehört nicht in die Konsolidierung öffentlicher Haushalte!“

Investition in die Zukunft

2010 sollen 10 Prozent und im nächsten Jahr noch einmal 30 Prozent der Förderung der Duisburger Kinder- und Jugendarbeit gekürzt werden. Auch wenn die Kürzung in diesem Jahr vielleicht abgewendet werden kann, bleibt Duisburgs Jugendarbeit weiterhin existentiell bedroht. Die von der Wirtschaft verursachte Krise wird weder in einem, noch in zwei oder drei Jahren beseitigt sein. Jugendarbeit, als Investition in künftige Generationen, ist gefährdet.

Mehr als Freizeitspaß
 
„Jugendarbeit ist mehr als nur ein netter Freizeitspaß, den eine Stadt sich leistet zu fördern oder nicht. Und sie ist mehr, als etwa ein Kickerraum, der eventuell nicht mehr geöffnet ist“, mahnt Falkensekretär Frank Witzke. „Förderung von Kindern und Jugendlichen, das ist eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Denn sie ist nicht mehr und nicht weniger als eine zwingend erforderliche Investition in die heranwachsende Generation!“ Doch nicht nur nach Auffassung der Falken ist es unstrittig, dass die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit eine pflichtige Aufgabe sei. Denn nicht anders steht es im achten Sozialgesetzbuch des Bundes, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.
 
In Duisburg wächst jedes vierte Kind in Armut auf. Daher sind dringend Fördermaßnahmen nötig. „Selbst für einen genehmigungspflichtigen Haushalt sind Kredite für dringende notwendige Investitionen zulässig“, zitiert Witzke das Reglement NRWs für die Bezirksregierungen „Um perspektivisch und dauerhaft aus einem kommunalen Defizit zu kommen, wird eine kluge Bezirksregierung in einem Haushaltssicherungskonzept nicht auf Streichung der Kinder- und Jugendförderung bestehen. Denn wir investieren in Duisburgs Zukunft.“
 

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Bundesland: Nordrhein-Westfalen  
AutorIn: Die Falken  

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