Ausgangspunkt der Reise war für die Reisegruppe zunächst das Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin. Hier beschlossen Anfang 1942 fünfzehn Beamte der Ministerialbürokratie und der SS unter Federführung des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich über die Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung im Osten.
Bittere Realität - Auschwitz
Gewappnet mit diesem historischem Hintergrund und gemeinsam mit 120 anderen Jugendlichen fuhren die Bamberger Schüler weiter nach Polen zu den Gedenkstätten des Arbeits- und Vernichtungslager bei Auschwitz. Schon die Größe der Anlagen, die allein der Ausbeutung der Arbeitskraft bis zum Tode oder der sofortigen Vernichtung der Deportierten dienten, war für alle furchterregend.
Was übrig blieb
Die Schüler zeigten Fotos von den Hallen mit Tausenden von Koffern, die noch mit den Namen ihrer einstigen Besitzer beschriftet waren, von Hallen, die gefüllt waren mit unzähligen Schuhen und Brillen, die den Opfern genommen worden waren, von hölzernen Stockbetten, auf denen jeweils 36 Gefangene zusammen schlafen mussten und von den Ruinen der Krematorien. Das alles war ein grausiger und erschütternder Anblick, so die Schülerinnen und Schüler.
In einem Museumsraum konnten sie alte Fotografien besichtigen, die sich in den Habseligkeiten der Opfer befunden hatten und Familienangehörige der Opfer zeigten. Aufnahmen der SS wiederum bilden die Selektion der Gefangenen an der Bahnrampe ab, Zeugnisse der brutalen Trennung von Familien und der Aussonderung der als nicht arbeitsfähig eingeschätzten Männer, Frauen und Kinder.
Wenn die Kindheit keine war
Auch trafen die Schüler Zeitzeugen, die über das (Über-)leben im KZ Auschwitz berichteten. Besonders beeindruckend, sei für sie das Gespräch mit dem jüdischen Deutschen Josef Aron gewesen. Ihm und seiner Schwester gelang die Flucht vor der Deportation nach Frankreich. Dort wurden sie in einem Kinderheim versteckt. Nachdem sie entdeckt und verhaftet wurden, war auch ihr Schicksal besiegelt: Auschwitz. Statt der Gaskammer wartete auf Josef Aron das Kinderbordell des KZ, eingerichtet für die Wachmannschaften.
Die Jugendlichen waren überrascht, dass Josef Aron für das heutige demokratische Deutschland und die junge Generation in Deutschland nur gute und freundschaftliche Worte fand. Groll oder Hass hege er nicht. Eine Versöhnung mit den Jugendlichen aus Deutschland sei für ihn selbstverständlich.
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