Wie weiter NRW? Alles scheint möglich

von Vera Rosigkeit - 10.05.2010
Hannelore Kraft sieht das wichtigste Wahlziel in NRW erreicht: Schwarz-Gelb abgewählt. Sigmar Gabriel bringt neben der Möglichkeit einer Großen oder rot-rot-grünen auch die Ampelkoalition ins Gespräch und kritisert Angela Merkel: Die SPD sei erst Sonntagabend vom milliardenschweren Rettungspaket der EU informiert worden.

Das wichtigste Wahlziel sei erreicht, Schwarz-Gelb abgewählt. Hannelore Kraft gab sich zufrieden über das Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen bei der Pressekonferenz in Berlin. „Fakt ist: Es gibt keine Regierungsbildung ohne die SPD.“ Dass die CDU mit rund 6.000 Stimmen vorne liegt, wertete Kraft als unerheblich. Für sie sei entscheidend, dass SPD und CDU gleich viel Mandate im Landtag stellen werden.

Gleichzeitig betonte sie, dass es eine schwierige Situation sei, die ihr die Wählerinnen und Wähler in NRW aufgegeben hätten. Sie wolle zunächst Gespräche mit den Grünen führen. Auch wenn für eine rot-grüne Regierungskoalition eine Mehrheit fehlt, wollte Kraft zu weiteren Optionen keine  Stellung nehmen. Zu hoch sei ihre Achtung vor den Parteigremien, die in den vergangenen Jahren harte Arbeit geleistet hätten, um die SPD aus dem Tief herauszuführen, sagte Kraft.

„Parteichef Sigmar Gabriel führte neben der Möglichkeit einer Großen und einer rot-rot-grünen noch die Möglichkeit einer Ampelkoalition ins Feld. Gabriel appellierte an den FDP-Landesverband, sich Gesprächen über eine Regierungsbildung nicht zu verschließen. Der bisherige Standpunkt der Liberalen, gar nicht erst mit der SPD zu reden, sei dem Wahlergebnis nicht angemessen, betonte er.

Gleichzeitig kritisierte Gabriel die Bundeskanzlerin für ihre zurückhaltenden Informationen in Sachen Euro-Krise und forderte mehr Transparenz. Die SPD sei erst am Sonntagabend von dem Rettungspaket für die Euro-Zone informiert worden. Es gebe Berichte, dass die Regierung „völlig unvorbereitet“ in die Sitzung gegangen sei und andere Staaten sich schon abgesprochen hatten, sagte Gabriel. Auch gebe es Hinweise darauf, dass die Kanzlerin selbst darum gebeten haben soll, die Entscheidungen erst am Sonntagabend zu beraten.

Er wolle nun wissen, welche Interessen sich bei den Verhandlungen durchgesetzt hätten, was das für Deutschland bedeute, welche Gefahren für den Euro damit verbunden seien und ob allgemeinverbindliche Regeln für die Finanzmärkte verabredet wurden.

 

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Ja, die Wählerinnen und

Bild von Cornelia

Ja, die Wählerinnen und Wähler werden sich wohl zusehends klar darüber, dass Schwarz-Gelb alles andere als toll ist...Leider hilft uns dies momentan auf Bundesebene noch nicht allzu viel, aber wenn der Trend sich im Zuge dieses unsäglichen (Ab)sparpakets noch verstärkt, dann hoffe ich, dass es bei der nächsten Bundestagswahl wieder viel besser für uns aussehen wird...

"Alles scheint möglich" ?

Bild von eule70

Ist Sigmar Gabriel noch zu retten? Wenn er die SPD bei ihren verbliebenen AnhängerInnen völlig unmöglich machen will, liebäugelt er mit der FDP! Schließlich ist das nicht mehr die liberale FDP der Brandt-Scheel-Regierung, sondern nur noch die Partei des Großkapitals, allenfalls der "Besserverdienenden".
Auch eine Große Koalition in NRW würde die SPD-WählerInnen zutiefst enttäuschen.
Warum hält man in der SPD immer noch an der lächerlichen Verteufelung der Linken fest? Das zieht nicht mehr beim Wahlvolk! Von der Gesamt-Aussage ihres Programms her ist sie doch ein natürlicher Koalitionspartner für die SPD; schließlich werden in Koalitionen immer Kompromisse gemacht. Die einzigen Bedenken, die man bei einer Regierungsbeteiligung der NRW-Linken haben kann, ist, dass sie noch wenig Personal mit genügend politischer Erfahrung hat, um Ministerposten zu besetzen. Aber der Hannelore Kraft kann man zutrauen, mit dem einen oder anderen linken Minister oder Ministerin fertig zu werden.
Nach diesem Wahlergebnis will ich als "Nordrhein-Westfälin" eine rot-rot-grüne Regierung haben und nichts anderes !

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