vorwärts.de: Herr Thies, ihre Initiative nennt sich „Wir für Frank“. Wer ist „Wir“?
Ralf Thies: Wir, das sind diejenigen, die Frank Steinmeier dabei unterstützen wollen, dass er am 27. September ins Kanzleramt einzieht. Zuerst waren wir sechs Aufrufer, die auch schon für Gerhard Schröder Initiative ergriffen haben als es um seine Kanzlerschaft ging. Dadurch kennen wir uns mit personenbezogenem Aktionswahlkampf ganz gut aus. Im letzten Jahr haben wir am 27. September, und damit zehn Jahre nach dem ersten Wahlsieg von Gerhard Schröder und ein Jahr vor dem Sieg von Frank Steinmeier, „Wir für Frank“ ins Leben gerufen, um mit vereinten Kräften für einen Wahlerfolg im Herbst zu kämpfen.
Wie sieht die Kampagne aus?
Unser Beitrag zum Wahlkampf ist sehr personenorientiert. Wir wollen nicht das Regierungsprogramm diskutieren, sondern diejenigen zusammenbringen, die der Meinung sind, dass Frank Steinmeier der bessere Kanzler ist. Dazu stellen wir unseren Kandidaten in der Öffentlichkeit so dar, wie wir ihn sehen: natürlich, kompetent, sympathisch und offen.
Das macht die SPD selbst ja auch...
Ja, aber eine Partei hat eine viel größere Trägheit als eine Initiative. Die SPD muss im Wahlkampf das Programm vermitteln, sie muss über Inhalte diskutieren, sie muss Regularien einhalten. Wir können aktionsorientierter handeln und uns auf die Person Frank Steinmeier konzentrieren.
Wie haben Sie das bisher gemacht?
Angefangen hat es mit der bereits erwähnten Party zum Jahrestag im September. Die erste größere Aktion war der Parteitag im vergangenen Oktober, auf dem Frank zum Kandidaten gewählt wurde. Dort waren wir mit unserem mobilen Info- und Verkaufsstand vertreten, mit dem wir unsere Werbemittel präsentiert haben. Auf dem einen Parteitag haben wir auf Anhieb mehr Buttons und Aufkleber unters Volk gebracht, als wir jemals für Gerhard Schröder verkauft haben. Ansonsten sammeln wir zur Zeit Unterstützer und vernetzen uns quer durchs Land. Im Moment sind wir dabei, aus den gut 2500 Unterstützern Ansprechpartner vor Ort auszuwählen und uns zu regionalisieren. Wir wollen nicht nur Parteitage begleiten, sondern auch dezentrale Aktionen organisieren. Die müssen nicht immer politisch sein, sondern sie sollen zeigen, dass Franks Unterstützer sympathische Dinge machen. Und wenn sie den Kandidaten unterstützen, ist das eine ordentliche Sache.
Die Initiative heißt „Wir für Frank“. Vor einigen Wochen gab es ein Hin und Her, wie der Kandidat angesprochen werden möchte. Ist „Frank“ nun offiziell?
Für uns auf alle Fälle ja. Ich selbst kenne Frank seit 1993 und mir war bis er Außenminister wurde kaum bewusst, dass er eigentlich Frank-Walter heißt. Ganz zu Anfang der Kampagne habe ich ihm unser Logo mit dem Schriftzug gezeigt und Frank war davon begeistert. Er selbst sagt er ja auch, seine Freunde würden ihn Frank nennen. Und da wir eine persönliche Nähe herstellen wollen, gab es bei uns nie eine Diskussion, ob wir unsere Initiative „Wir für Frank-Walter“ nennen. Wobei das ja auch etwas holpern würde.
Wie kann man Unterstützer werden?
Zunächst sollte man sich auf einer der Unterstützerseiten eintragen. Das geht direkt auf unserer Homepage www.wirfuerfrank.de oder in unseren Profilen bei Facebook, bei Wer kennt wen? oder im StudiVZ. Dann wird man mit Newslettern versorgt, in denen wir mitteilen, wo wir sind und was wir machen. Demnächst werden wir dort auch die regionalen Ansprechpartner mitteilen. Und wenn Franks Sommertour beginnt, werden wir dabei sein und über das Internet Veranstaltungen vor Ort organisieren.
Es muss also niemand Mitglied in der SPD sein, der bei „Wir für Frank“ mitmacht?
Nein, eine Parteimitgliedschaft ist überhaupt keine Voraussetzung. Man darf sich natürlich für die SPD entscheiden, wenn man es vorher nicht getan hat. Aber jeder, der sagt, Frank-Walter Steinmeier ist derjenige, den ich nach dem 27. September im Kanzleramt sehen möchte, ist herzlich eingeladen, dabei zu sein.
Interview: Kai Doering
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