Marcel Reich-Ranicki ausgezeichnet „Literaturpapst“ erhält Ludwig-Börne-Preis

von Bernhard Spring - 07.06.2010
Mit dem Ludwig Börne-Preis erhielt Marcel Reich-Ranicki am Sonntag eine der bedeutendsten Auszeichnungen des literarischen Deutschlands. Erstmals wurde der Preis in Form einer Ehrenmedaille vergeben. Die Ehrung für sein Lebenswerk stellt den streitbaren Kritiker, der am 2. Juni seinen 90.Geburtstag feierte, unter den vorangegangenen siebzehn Preisträgern besonders heraus.

Der Preis wird seit 1993 alljährlich von der Ludwig-Börne-Stiftung an Autoren vergeben, die sich auf dem Gebiet der Reportage, der Essayistik oder der Kritik um die deutsche Literatur verdient gemacht haben und damit in der literarischen Tradition Ludwig Börnes (1786-1837) stehen. Dieser deutsch-jüdische Autor gilt als Wegbereiter des Feuilletons und neben Heinrich Heine als maßgeblicher Vertreter der zeitkritischen Literatur des frühen 19. Jahrhunderts. Börne betätigte sich als Schriftsteller, Herausgeber und Journalist. Ab 1830 lebte er aufgrund von Repressalien der deutschen Zensur im Pariser Exil. Dort warb Börne für die deutsch-französische Verständigung und für eine Demokratisierung der deutschen Fürstentümer.

"Das Literarische Quartett"

Marcel Reich-Ranicki steht Ludwig Börne in der Kontroverse, die sowohl sein Leben als auch sein Schaffen prägte, in nichts nach. Der am 2. Juni 1920 im zentralpolnischen WÅ‚ocÅ‚awek geborene jüdische Autor trat nach einem dramatischen Überlebenskampf im Warschauer Ghetto in den Dienst des polnischen Geheimdienstes. Danach wirkte er ab 1958 in der Literaturredaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, von 1973 bis 1988 leitete er sie.

Doch erst die bis 2001 ausgestrahlte TV-Sendung „Das Literarische Quartett“, in der Reich-Ranicki mit Gästen aktuelle Publikationen besprach, machte den wortgewandten Kritiker landesweit bekannt, wenn auch nicht immer beliebt. So schrieb der von Reich-Ranicki verrissene Martin Walser mit dem Roman „Tod eines Kritikers“ (2002) eine verbitterte Abrechnung mit Ranicki, die wegen ihrer antisemitischen Tendenzen zu einem Skandal wurde.

"Ungeliebter Außenseiter"

Reich-Ranicki bemühte sich vielfältig um die deutsche Literatur, wobei er sich beispielsweise bereits ab 1960 für die in Westdeutschland verschmähten Werke der DDR-Autoren engagierte. Seine größten Verdienste sind jedoch die seit 1978 von ihm herausgegebene „Frankfurter Anthologie“, die in derzeit 33 Bänden über 1500 kommentierte Gedichte vereinigt, sowie der zwischen 2002 und 2006 erschienene, 50-bändige „Kanon“, mit dem Reich-Ranicki eine der bedeutendsten Sammlungen deutscher Literatur zusammenstellte.

Als überragendes Zeitzeugnis gilt Reich-Ranickis Biografie „Mein Leben“, die 1999 erschien und 2008 verfilmt wurde. Im selben Jahr erregte er Aufsehen, als er den ihm zugesprochenen Deutschen Fernsehpreis ablehnte. Er bemängelte die Qualität des derzeitigen Fernsehprogramms und wollte sich nicht in die Reihe der Geehrten einreihen. Bei der Verleihung des Börne-Preises überwiegt der versöhnliche Ton. Reich-Ranicki, der sich immer als ungeliebter Außenseiter bezeichnet hat, ist es gelungen, sich Achtung zu verschaffen. Mehr, so äußerte er sich kürzlich in einem SPIEGEL-Interview, wollte er nie.

 

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Reich-Ranickis Jahrmakt der Eitelkeiten

Bild von Anonymous

Mehr solcher Beiträge - auch redaktionell! - würden dazu beitragen, diesem unerträglichen Jahrmarkt der Eitelkeiten die passende Narrenkappe aufzusetzen. Reich-Ranickis Beiträge zur Literatur zeichnen sich mehr durch Ausschließlichkeit und Arroganz aus, als den potentiellen Leser zum Buch zu führen. Mit Börne, Büchner u.ä. kritischen Zeitgeistern hat diese ganze überzogenene Schleim-Show wenig zu tun.

L. Börne Preis :Marcel Reich-Ranicki

Bild von Dr. J. E. Gesang

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass es gerade in D beinahe so viele Preise gibt ( ´diesen bedeutungsvollen mal ausgenommen) wie die Anzahl der Beschäftigten und der Freisschaffenden in der darstellenden- und bildenen Kunst ausmacht ?

Wer ihn, den Polter-und Beserwisserkopp Reich-Ranicki, mal auf irgend ne persönliche Art erlebt hat, ihn beobachten konnte aus etwa 2 Meter Entfernung, der sollte sich doch bitte mal fragen, warum dem Manne nicht endlich einmal ein wohlverdienter Preis für ARROGANZ, SELBSTHERRLICHKEIT UND SELBSTGERECHTIGKEIT und meintwegen noch für überpeinliche RUPPIGKEIT im Sozialverhalten verliehen worden ist ?! Na?
ABer vielleicht kommts ja noch, aber hoffentlich noch zu seinen Lebzeiten.

Nächste Frage, die ich mir schon lange stelle: Warum nur warum geht ausnahmlos jeder Redakteur oder Journalist freiwillig bei Interviews oder Talk-Beiträgen schon vorab dermaßen vorm Reich-Ranicki in die Knie, dass sich beim Hinhören und HInsehen das Bild von einem Paar Schuhen aufzwingt, das hinten aus dem Hintern des Herrn R.-R. herausschaut. Schlimm gesagt? Nein. Eher schlimm, dass dem so ist. Ich meine, der Mann besteht charakterlich nur aus purem GROLL und tiefer WUT. Ein unangenehmer WERTSETZER UND PÄDAGOGIST.

Aber gegen wen oder was und warum und wieso der tiefe GROLL ??? MUss ich mir den Mann freiwillig antun? Ebenfalls nein.

So weit ich erninnere...Es gibt Promis, die wegen weitaus geringerer charakterlicher RUPPIGKEITEN UND SCHRROFFHEITEN sowohl Hut und Mantel nehmen mussten.

Schöne Grüße. J. E.Gesang

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