Über das Leben im AWO-Pflegeheim Kastanienweg 1 berichten Elsa und Klaus Leskien im Beitrag: 100 Euro Taschengeld sind nix
Derzeit wohnen 152 ältere Menschen in den zwei Chrieschwitzer Pflegeheimen der AWO in Plauen, 114 im Altneubau Kastanienweg 1 und 38 im Neubau, der Nr. 2, informiert Janine Kern, die Heimleiterin der Einrichtungen. „Die zwei Heime werden nach unterschiedlichen Standards geführt, die in Versorgungsverträgen festgelegt sind“, sagt Elvira Ruckdeschel, die Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Plauen. „Unser brennendes Thema heißt, wir sind angetreten, hilfsbedürftigen Menschen zur Seite zu stehen“, so die Geschäftsführerin.
Wo liegen die Probleme und wie werden sie gelöst?
„Es geht wie überall ums Geld“, nimmt Elvira Ruckdeschel kein Blatt vor den Mund, soll heißen, die Mittel seien begrenzt, doch die Anforderungen würden nicht weniger. „Sie werden nicht geringer. Gerade unser Personal muss Höchstleistungen erbringen“, weiß Leiterin Kern. Sich um die Menschen in ihren Quartieren auf den Etagen zu kümmern, sei die eine Seite, die Dokumentation der Arbeit als Nachweis, also das schlichte Aufschreiben, was man wann erledigt habe, die andere Seite. „Die Leute müssen eine großen Spagat schaffen“, sagt Janine Kern.
Ist denn genug Personal da?
„Das Personal ist genau nach dem festgelegten Schlüssel vor Ort vorhanden. Aber wir bräuchten natürlich mehr Leute. Dieser Schlüssel müsste geändert werden. Wir haben neben den Pflegekräften auch Langzeitpraktikanten und Ehrenamtliche im freiwilligen sozialen Jahr, das hilft“, erläutert die Heimleiterin, die dabei auch die Rolle der Angehörigen für das Wohlergehen der Alten anspricht: „Viele unserer Bewohner werden regelmäßig besucht, es wird ihnen geholfen, sie haben Abwechslung, andere warten lange auf Besuch, andere bekommen gar keinen mehr, das ist bedauerlich. Die Familie ist gefragt, ihre Alten nicht allein zu lassen.“
Wie geht die Heimleitung mit Kritik um?
„Die Kritik und die Hinweise müssen uns zunächst erreichen. Dann sehen wir, was wir gleich abstellen können und was bei anderen Vorgängen machbar ist“, antwortet Janine Kern. Dafür stehen Kummerkästen zur Verfügung, der Heimrat mit Heimbewohnern tage regelmäßig und die direkte Kritik bei den Mitarbeitern sei stets willkommen, so die Leitung. Auch habe die Heimchefin regelmäßig Sprechstunde. „Wir wollen mehr und spezieller auf die Einwohner und ihre Angehörigen eingehen“, sagt Janine Kern, die seit einem halben Jahr Leiterin der AWO-Heime in Chrieschwitz ist.
Zusammengefasst, die Heime stünden für eine sehr gute, optimierte Arbeit von der Pflege bis hin zu den Betreuungsangeboten, stellt die Heimleitung fest. „Wir bieten neben der Pflege auch kulturell einiges an von Ausfahrten bis zu Spielnachmittagen an. Oder man nehme die Ergotherapie, die Demenzbetreuung – es ist ein umfangreiches Paket“, sagt Kern. Das neue Heim der AWO erhielt übrigens beim vor kurzen von einer großen Krankenkasse anonym durchgeführten Heim- TÜV ein „sehr gut“. Das alte Heim am Kastanienweg 1 wurde nicht besucht.
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