Studie zur Exzellenzinitiative „Es geht immer noch besser“

von Anna Weber - 08.03.2010
Die 2005 gestartete Exzellenzinitiative der Universitäten soll in zwei Jahren in die nächste Runde gehen. Um diese noch effizienter zu machen, führte die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) eine Begleitstudie durch. Heute stellten die Verantwortlichen in Berlin das Ergebnis vor: eine 300-seitige Studie mit dem Titel „Die Exzellenzinitiative – Zwischenbilanz und Perspektiven“.

Die Exzellenzinitiative ist ein Wettbewerb von Forschungskonzepten verschiedener Universitäten. Internationale Gutachter erstellen anhand eines mehrstufigen Bewerbungsverfahrens eine Empfehlung zur Verteilung der Gelder. Insgesamt stand eine Förderung von 1,9 Milliarden Euro, über vier Jahre verteilt, zur Verfügung. „Die Exzellenzinitiative zeigt, wie kreativ das deutsche Wissenschaftssystem auf positive Anreize reagiert,“ sagte Günter Stock, der Präsident der BAAW. „Die Initiative hat einen wichtigen Paradigmenwechsel eingeleitet. Daraus folgte eine große Mobilisierung der Universitäten.“

Exzellenzinitiative 2.0

Die ausführliche Begleitstudie wurde von 14 Wissenschaftlern mit Hilfe von Anhörungen, Analysen und Interviews erarbeitet. In Deutschland gibt es eine große Gruppe von attraktiven Bildungseinrichtungen. Die Entscheidung, die Initiative in zwei Jahren weiter zu führen, sei daher sehr zu begrüßen. „Die Universitäten der Ivy League sind auch nicht in zehn, sondern eher in 100 Jahren exzellent geworden,“ hielt der Herausgeber des Bands, Stephan Leibfried, mit Blick auf die us-amerikanischen Eliteuniversitäten wie Yale und Harvard, fest.

Für die zukünftigen Initiativen folgerte Leibfried: „Die Exzellenzinitiative ist gut, aber es geht immer noch besser.“ Kritisiert wurden vor allem die kurze Dauer des Programms und die mangelnde Transparenz des Vergabeverfahrens der Gelder. Die genaue Aufschlüsselung der Gründe für oder gegen eine finanzielle Förderung würde die Exzellenzinitiative glaubwürdiger machen. Man müsse den Bürgern verdeutlichen, dass es bei der Förderung nicht um politische Interessen ginge.

Folgen für die Universitäten

Es gibt nicht gewollte Nebenwirkungen der Initiative. Michael Zürn, einer der Autoren, betonte: „Es gibt ein hohes Maß an ungleicher Verteilung der Fördermittel. Dadurch kommt es zu inneruniversitären Konflikten.“ Dadurch erfolge eine Überspezialisierung und kleinere Fachbereiche stünden vor dem Aus. „Es ist schwierig, alle Folgen im Blick zu haben,“ sagte Leibfried.

Auf Dauer sei der Begriff „Exzellenz“ zu überdenken. „Man darf sich nicht nur auf die Forschung beschränken. Die Idee muss auf die Lehre ausgeweitet werden,“ so Leibfried. Die Bundesförderung müsse weitergeführt, doch die Ausgestaltung überdacht werden, lautet die Empfehlung des BBAW.

Die Studie ist ab dem 11. März als E-Book unter campus.de erhältlich und erscheint ab April in gedruckter Form.

 

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Channel: Bildung  
Bundesland: Berlin  

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