Wolfgang Maderthaner, Michaela Maier (Hg.): "Acht Stunden aber wollen wir Mensch sein. Der 1. Mai. Geschichte und Geschichten", edition rot, Wien, 2010, 285 Seiten, 55 Euro, ISBN 978-3901485985
Im Juli 1889 beschließen Delegierte aus aller Welt auf dem ersten Internationalen Sozialistenkongress, am 1. Mai 1890 die Veranstaltung „einer großen, einheitlichen Manifestation der Arbeiter aller Länder“ für den Achtstundentag. Der 1. Mai wird aus Solidarität mit der amerikanischen Arbeiterbewegung gewählt. In den USA wurden Arbeitsverträge meist zum 1. Mai, dem „Moving Day“ erneuert. 1886 war es in Chicago dabei im Zusammenhang mit der von den Gewerkschaften getragenen „Achtstunden-Bewegung“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Toten gekommen. Die Justiz reagierte mit Todesurteilen gegen angebliche Rädelsführer.
Der Beschluss des Internationalen Sozialistenkongresses berücksichtigt die sehr verschiedenen organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen in den einzelnen Ländern: „In jedem Land sollen die Arbeiter die Manifestation in der Weise veranstalten, welche die Gesetze und Verhältnisse daselbst bedingten, beziehungsweise ermöglichen.“ Was das für die damals noch recht junge organisierte Arbeiterbewegung bedeutete und wie sich das in den 120 Jahren seit der ersten Maifeier in den verschiedenen Ländern entwickelte, wird in dem Buch zum 1. Mai in vielfältigen Beiträgen, Zeitzeugenberichten, Bildern und Dokumenten eindrucksvoll ausgebreitet.
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