Bei dem Video-Wettbewerb sind alle Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren dazu aufgerufen, alleine oder in Gruppen Videos gegen Intoleranz und für ein besseres Miteinander zu drehen. In den Kategorien „Reportage“, „Musikvideo“ und „Kurzfilm“ können sie die Videos bis zum 16. Oktober auf den YouTube-Channel www.youtube.de/361grad veröffentlichen. Gefragt sind dabei Kreativität und eine eigene Herangehensweise an das Thema. Im Vordergrund steht nicht die professionelle Umsetzung, sondern die Idee, zur Verwirklichung kann eine einfache Handy-Kamera schon ausreichen. Die kreativsten und besten Filme werden von einer Jury ausgewählt und prämiert. Als Preise winken ein Live-Konzert der Band „Silbermond“ auf dem Schulgelände, Workshops mit den prominenten Paten der Aktion sowie Videokameras
Prominente Unterstützer
361 Grad ist eine gemeinsame Initiative von YouTube, der Kampagne „Laut gegen Rechts“ und der Amadeu-Antonio-Stiftung. Viele prominente Paten wie die Band Silbermond, die Schauspieler Matthias Schweighöfer und Daniel Brühl oder der ehemalige Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert unterstützen das Projekt. Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß erklärte heute bei der Vorstellung ihre Motivation, sich für das Projekt zu engagieren: „Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, sich für Menschen, die Fremdenhass und Ausgrenzung erfahren, einzusetzen.“ Insbesondere Musik könne man sehr gut dafür nutzen, ohne den erhobenen Zeigefinger bei Jugendlichen Verständnis zu schärfen und sie zum Handeln gegen Ausgrenzung zu bewegen.
Deutliches Zeichen gegen Intoleranz
Das Ziel des Wettbewerbs sei es, ein klares und deutliches Zeichen gegen Intoleranz zu setzen, so Stefan Tweraser vom YouTube Mutterkonzern Google. Da YouTube als Videoplattform auch von Rechten genutzt würde, gehe es nicht zuletzt darum, die YouTube-Community gegen Fremdenhass zu aktivieren und die Plattform für Nazis unattraktiver zu machen.
Auch Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung sieht als Ziel der Initiative in erster Linie die Zurückdrängung von rechten Inhalten im Netz. Die Nazis seien von Anfang an viel aktiver im Internet unterwegs gewesen als ihre demokratischen Gegner. Ihren Wortergreifungsstrategien müsse man entgegentreten. „Vor allem helfen bei diesem Thema keine Verbot-Diskussionen und keine Dämonisierung des Internets, es geht darum, noch viel mehr über das Thema Rassismus zu sprechen.“
Akuter Handlungsbedarf
Auf einen akuten Handlungsbedarf wies "Laut gegen Nazis"-Kampagnenleiter Jörn Menge hin: "Nicht nur verschiedene Studien zeigen, dass Ressentiments und Vorurteile gegenüber bestimmten Mitmenschen wieder steigen, sondern auch unsere Erfahrungen bei der
tagtäglichen Arbeit mit Jugendlichen. Es gilt jetzt mehr denn je, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit entgegenzuwirken, ob im Netz oder offline."
Die Jury, bestehend aus Experten der Initiatoren und den prominenten Paten wird Anfang November neben dem Hauptsieger auch in jeder der drei Einreichungsdisziplinen einen Kategorie-Sieger küren. Alle Gewinner werden auf eine Klassenfahrt nach Berlin eingeladen und besuchen Bundestag und Kanzleramt.
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