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Icon   Klaus Staeck und Ernst Volland: Ausstellungseröffnung

Pioniere der politischen Kunst

Anina Kühner • 04. October 2012

Im Atrium des Willy-Brandt-Hauses hängen die Werke Klaus Staecks (Foto: Anina Kühner)
Im Atrium des Willy-Brandt-Hauses hängen die Werke Klaus Staecks (Foto: Anina Kühner)

Die beiden politischen Künstler Klaus Staeck und Ernst Volland haben sich für eine Ausstellung im Berliner Willy-Brandt-Haus zusammengetan. Und planen offenbar weitere gemeinsame Projekte.

Seit den 1960er Jahren arbeitet Klaus Staeck im Bereich der Satire: Fotomontagen, Plakatkunst und Grafik sind seine Mittel politische Zustände zu kritisieren. Der amtierende Präsident der Akademie der Künste nutzt seinen bissigen Humor hierbei zumeist für treffende Kritik an der CDU/CSU, aber auch andere Parteien waren schon Ziel seiner provozierenden Kunst. Mehr als 300 Plakate, Postkarten und Aufkleber hat Staeck entworfen. Nun wird er gemeinsam mit dem Künstler und Autor Ernst Volland mit einer Ausstellung im Willy-Brandt-Haus Berlin gewürdigt. Am Dienstag wurde sie eröffnet.

„Nichts ist erledigt“

„Manche Plakate sind heute aktueller als sie es damals waren. Nichts ist erledigt, das ist eigentlich deprimierend!“, bilanziert Klaus Staeck sein bisheriges Wirken in seinem Grußwort bei der Ausstellungseröffnung. Dass Politik deswegen heute noch den ständigen kritischen Austausch mit der Kunst brauche, stellt der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede klar. 

„Das Anliegen der Politik ist immer der Sinn für die Wirklichkeit, das der Kunst dagegen liegt im Sinn für die Möglichkeit“, erklärt Steinmeier. Die Berührung dieser beiden Sphären zu erreichen, sei immer das Ziel von Klaus Staecks Kunst gewesen, betonte Steinmeier und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Staeck ist ein Künstler, der gegen alles Bräsige, Verstaubte und Verstockte anarbeitet – eben gegen alles, was die SPD nicht ist.“

„Partei ergreifen ohne Partei zu sein“

Steinmeier bezeichnet Staeck und Volland als „Pioniere der politischen Kunst im Nachkriegsdeutschland“ und hob den Wert der Kunst für die Demokratie hervor: „Politische Kunst will Partei ergreifen ohne Partei zu sein. Dieses Selbstverständnis ist für die Entwicklung und den Fortschritt einer demokratischen Gesellschaft nicht genug zu würdigen.“

Ernst Volland betonte im Rahmen der Eröffnung, dass weitere gemeinsame Aktionen geplant seien. Den zumeist recht bunten großformatigen Plakaten Klaus Staecks stehen in der Ausstellung auch Vollands „Eingebrannte Bilder“ gegenüber: Historische Aufnahmen des 20. Jahrhunderts, auf die man wie durch einen Schleier blickt – erstaunlicher Weise ohne dabei jemals zu zweifeln, was oder wen man vor Augen hat. Zudem gibt es gemeinsame Produktionen der beiden Künstler im Willy-Brandt-Haus zu bewundern.

Info

Die Ausstellung „Kunst und Politik  - Arbeiten aus vier Jahrzehnten“ zu Klaus Staeck und Ernst Volland kann noch bis zum 11. November 2012 im Willy-Brandt-Haus Berlin besucht werden. Der zugehörige Katalog ist im Verlag Büchse der Pandora (Wetzlar) erschienen und kostet 12,80 Euro.

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