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Icon   Ausstellungseröffnung „Stadt der Vielfalt“

Stadtgeschichte als Migrationsgeschichte

Anina Kühner • 27. August 2012

Ein Leitfaden durch die Migrationsgeschichte Berlins: Der Stadtplan auf dem Schlossplatz
Ein Leitfaden durch die Migrationsgeschichte Berlins: Der Stadtplan auf dem Schlossplatz

Im Rahmen des Stadtjubiläums „775 Jahre Berlin“ wurde an diesem Wochenende die Open-Air-Ausstellung „Stadt der Vielfalt“ auf dem Schlossplatz eröffnet. Ein begehbarer Stadtplan präsentiert dort die lange Geschichte der Einwanderer Berlins.

Auf dem fußballfeldgroßen Stadtplan symbolisieren meterhohe Stecknadeln die Orte, an denen Migrantinnen und Migranten jeder Herkunft Berlin geprägt haben. In der Biesdorfer Lindenstraße beispielsweise beginnt für den russischstämmigen Autor Wladimir Kaminer das Leben in der deutschen Hauptstadt, das er in seinem Roman „Russendisko“ beschreibt. Im Westen markiert eine Stecknadel die Ankunft der ersten beiden Türken in Berlin: Sie dienten um 1700 bei Königin Sophie Charlotte im Schloss Charlottenburg.

Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) betonte in seiner kurzen Rede anlässlich der Eröffnungsfeier die große Rolle, die Migranten seit jeher für die Kultur der Stadt gespielt haben. Angefangen von den Hugenotten, die Ende des 17. Jahrhunderts nach Preußen kamen, über osteuropäische Juden bis hin zu Gastarbeitern aus Südeuropa und der Türkei: Berlin sei schon immer eine Einwanderungsstadt gewesen, erklärte Wowereit. Selbst die Erfindung des Kultgetränks „Berliner Weiße“ würde dem Schweizer Daniel Josty zugeschrieben.

Berlin seit dem Mittelalter

Anders als noch beim 760. Stadtjubiläum solle diesmal die ganze vereinigte Stadt und ihre lange Historie seit dem Mittelalter unter dem Motto „Zurück&in die Zukunft“ im Fokus stehen, erläuterte Wowereit. So seien neben der „Stadt der Vielfalt“ noch ein archäologischer Pfad und viele weitere Ausstellungen zu besichtigen.

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von „Fanfara Kalashnikov“, einer multikulturellen Band, die schon als Vorgruppe der Berliner Raggae-Combo „Seeed“ aufgetreten ist. Auch die Initiative „JUGA – jung, gläubig und aktiv“ – sorgte mit ihrem Song „Sweet Coexistence“ für ein musikalisches Highlight. „JUGA“ ist ein Projekt junger Christen, Muslime, Juden und Bahai, die sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen. 

Die „Stadt der Vielfalt“ auf dem Berliner Schlossplatz kann noch bis zum 28. Oktober besucht werden. Der Eintritt ist frei.    

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