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"Jetzt ist die Chance da"

Marisa Strobel • 28. September 2012

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(Foto: Marco Urban)

Die Entscheidung ist gefallen: Der neue Kanzlerkandidat der SPD heißt Peer Steinbrück. Im Interview mit vorwärts.de spricht das Parteivorstandsmitglied Florian Pronold über die Entscheidung – und warum der Zeitpunkt der richtige ist.

vorwärts.de: Monatelange Spekulationen, nun ist es raus: Peer Steinbrück ist der neue Kanzlerkandidat. Ist die vorzeitige Entscheidung ein Befreiungsschlag oder von der Presse forciert?

Florian Pronold: Ich persönlich freue mich darüber, dass man jetzt eine schnelle Entscheidung getroffen hat. Auch weil immer wieder die gute Arbeit, die wir machen, durch die Kanzlerfrage überlagert wurde. Jetzt ist die Chance da, dass wir uns mit Schwarz-Gelb auch in Sachfragen hart auseinandersetzen können.

Aber macht sich die Partei nicht unglaubwürdig? Schließlich hat Gabriel noch bis vor kurzem darauf bestanden, die Kanzlerkandidatur möglichst spät zu bestimmen?

Wenn unter den drei möglichen Kandidaten klar ist, wer es macht, ist es wenig sinnvoll, weiter Theater zu spielen.

Peer Steinbrück ist in der SPD nicht unumstritten, besonders im linken Flügel gibt es Skepsis. Was bedeutet seine Nominierung für die Partei?

Peer Steinbrück hat gerade ein Konzept vorgelegt, wie man Finanzmärkte reguliert, wie man die Zocker zur Kasse bittet, wie man die Spekulanten an die Kette legt. Da sehe ich überhaupt keine Differenz zur Parteilinken. Seine Vorschläge finden volle Unterstützung. Und ich glaube, dass es gut ist, das wir Merkel mit Peer Steinbrück jemanden entgegenstellen, der sich dort auskennt, wo sie am meisten versagt hat, nämlich bei der Regulierung der Finanzmärkte.

Eigentlich wollte die SPD zunächst die Inhalte und dann die Personalfrage klären. Inwiefern wird Steinbrücks Kandidatur die inhaltliche Ausrichtung beeinflussen, etwa in der noch offenen Rentenfrage?

Wir haben alle Themen bis auf das Thema Rente inhaltlich in der SPD sauber geklärt. Mein Eindruck ist, dass wir auch in der Rentenfrage vor einem guten Kompromiss stehen. Und da es bei keinem der drei früheren potentiellen Kanzlerkandidaten eine unterschiedliche Haltung in der Rentenfrage gibt, wird sich auch durch die Kandidatur an der inhaltlichen Auseinandersetzung und an dem zu findenden Kompromiss nichts ändern.

Vielen Dank für das Interview!

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