Jeder kennt diese Ente. Sie ist reich. Schrecklich reich! Sie schwimmt nicht in Wasser, sondern in Geld. Dazu trägt sie Zylinder und Fliege. Der Name der Ente: Dagobert Duck, der geizige Onkel aus Entenhausen. Am Freitag musste sich ein sehr menschlicher Dagobert vor dem Reichstag dem Bündnis „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ erwehren. Der Erpel hatte es sich auf einem Gold-Geldhaufen gemütlich gemacht. Die Demonstranten umringten die reiche Ente, hoben Schilder mit der Aufschrift „Umfairteilen für Bildung“ in die Luft und manch ein Demonstrant stibitzte gar einen Goldbarren. Der größte Teil seines Reichtums blieb Dagobert dann aber doch erhalten.
Es war dieses Bild vom Reichen, der trotz kleinerer Abgaben immer noch reicher wird, das die Initiatoren des Bündnisses „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ wählten, um ihre Ziele zu illustrieren. Die Aktion zeigte, dass Reiche und große Vermögen oft geschont werden, und appelliert an die Verpflichtung der Reichen und Vermögenden, sich gegenüber der Gesellschaft solidarischer zu zeigen. Denn am Ende von Dagoberts Abenteuern entdeckt selbst der schwerreiche Erpel stets sein Herz und setzt sich für die Schwachen und Hilflosen ein.
Einmalige Vermögensabgabe und dauerhafte Vermögenssteuer
Die Krise in Europa hat zu sozialen Verwerfungen und gesellschaftlichen Spannungen geführt. Vor allem die sozial Schwächsten leiden unter Einsparungen und Streichungen im sozialen Bereich. Darauf will das neu geschaffene Bündnis aufmerksam machen.
„In ganz Europa erleben wir derzeit eine brutale Kürzungspolitik, die zu gravierenden sozialen Verwerfungen führt und den gesellschaftlichen Frieden ernsthaft gefährdet“, stellte Bündnisinitiatorin Jutta Sundermann von Attac Deutschland fest. „Wir werden uns nicht aus der Krise heraus sparen können, sondern brauchen endlich eine ehrliche Debatte über die Kosten der Krise und eines funktionierenden Sozialstaats auf der einen Seite und die ungleiche Verteilung von Reichtum auf der anderen Seite.“
Der öffentlichen Armut stehe großer privater Reichtum gegenüber. Um den Staat handlungsfähig zu halten, fordert das Bündnis deshalb eine dauerhafte Vermögensbesteuerung sowie eine einmalige Vermögensabgabe. Bezieher hoher Einkommen, Erben und finanzstarke Unternehmen sollten in Zukunft stärker besteuert werden.
„Solange Deutschland ein Steuerparadies für Vermögende, Erben und Spekulanten ist, sind der Sozialstaat und seine Handlungsfähigkeit in den Bereichen Bildung, Umwelt, und Gesundheit bedroht“, mahnte Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. „Um eine sozial gerechte Haushaltskonsolidierung und dringend notwendige öffentliche Investitionen zu gewährleisten, muss steuerpolitisch die Einnahmenseite gestärkt werden. Die Zeit ist reif für Umverteilung.“
Aktionstag am 29.September
Neben konkreten politischen Forderungen appelliert das Bündnis an die Bürger, sich selbst einzusetzen und ruft zur Teilnahme am bundesweiten Aktionstag 29. September und darüber hinaus auf.
„Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, der Sozialstaat sei ohne Kostensteigerungen zu haben. Wenn wir auch in Zukunft eine würdige Pflege im Alter, Bildungschancen für jedes Kind und eine Arbeitsmarktpolitik haben wollen, die keinen zurücklässt, müssen wir von einem Investitionsbedarf von über 20 Milliarden Euro ausgehen“, rechnet Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes vor. Er warnt: „Die Reserven sind erschöpft. Ohne spürbare Umverteilung und eine neue Solidarität zwischen Reich und Arm wird es diesen Sozialstaat künftig so nicht mehr geben.“
Interessierte Einzelne und Organisationen können sich auf der Homepage des Bündnisses als Unterstützer registrieren. Am 29. September findet ein bundesweiter Aktionstag als Auftakt der gemeinsamen Bündnisaktivitäten statt. Eine Vielzahl von weiteren Aktionen ist für das kommende Jahr geplant.
Details unter: www.umfairteilen.de







