Nico Schernbeck lächelt. Etwas sieht man ihm die Nervosität an, wenn er von seinem großen Projekt spricht. Im September wagt er für elf Monate den Schritt nach Afrika. Fast ein Jahr lang wird er in Togo als Lehrer arbeiten. Man spürt sein Engagement. Seine Leidenschaft. Schernbeck berichtet von seinem Politikwissenschaftsstudium, das den ersten Anstoß gab.
„Ich glaube an eine sozial globalisierte Welt“, gibt sich Schrenbeck überzeugt. Er spricht auch von den Jusos. Die ihn geprägt haben und von der Idee einer weltweit gerechten Welt. Der Vater machte ihn auf die SPD aufmerksam: „Ich glaube, Sozialdemokratie hat viel mit Familie zu tun!“
Ob er ein wenig Angst habe, seine Familie und Deutschland zu verlassen? „Sicher habe ich Angst. Zum Beispiel, dass ich mich kulturell nicht gleich einfinde! Vor allem bin ich aber neugierig“, antwortet der junge Berliner. Dann lächelt er wieder! Elf Monate Togo!
Togo brennt nicht
Togo steht oft nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Das Land ist klein und ethnische Konflikte sind nicht so gravierend wie in anderen afrikanischen Ländern. Die politische Lage ist stabil, aber nicht demokratisch. Seit 1967 herrscht die Familie Gnassingbè. Trotzdem fehlt es in dem westafrikanischen Land oft am Nötigsten. Zur materiellen Armut gesellt sich oft ein gravierender Mangel im Bildungsbereich. Das Bildungswesen leidet unter Lehrermangel, geringerer Qualität im ländlichen Raum sowie hohen Wiederholungs- und Abbruchraten.
„Dort möchte ich ansetzen“, sagt Nico Schernbeck, „der erste Schritt Schulen zu bauen ist wichtig, aber der zweite, für genügend Lehrer zu sorgen, ist genauso entscheidend! Mit meinem Engagement möchte ich einen Beitrag leisten, dass die Schulen in Togo bald ihre eigenen Lehrer hervorbringen“, erklärt Nico Schernbeck weiter, „ich denke, dass ich dafür mit dem Service Civil International und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zwei kompetente Unterstützer gefunden habe.“
„weltwärts“-Projekt setzt auf Verständigung, Achtung und Toleranz
Die Arbeit als Entwicklungshelfer findet im Rahmen des „weltwärts“-Projekts statt. „weltwärts“ ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sein Motto: „Lernen durch tatkräftiges Handeln“. Jungen Freiwilligen wie Nico Schernbeck wird geholfen, eine nachhaltige Förderung und einen interkulturellen Dialog aufzubauen.
Mit Projektpartnern wie Service Civil International sollen die Freiwilligen globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen kennenlernen. Sie sind angehalten, für Verständigung, Achtung und Toleranz zu werben. Das BMZ unterstützt deshalb „weltwärts“-Projekte finanziell. 80 Prozent trägt das Ministerium. Den Rest müssen die Freiwilligen privat über Spender akquirieren. Nico Schernbeck benötigt etwa 150 Euro pro Monat für die Dauer von elf Monaten.
Drei Gründe, die für Unterstützung werben
„Ich glaube und hoffe, dass ich die Spender zusammen kriege“, gibt sich der Juso zuversichtlich, „weil es viele gute Argumente für den Freiwilligendienst gibt.“ „Ich bin topmotiviert, mich für andere einzusetzen und nach meinem Studium auch etwas zurückzugeben“, sagt er voller Elan. Um gleich anzufügen, dass das Schulprojekt nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig sei.
Schernbeck ist es wichtig, dass seine Unterstützer seine Arbeit von Deutschland aus verfolgen können:„Ich werde von meinen Erfahrungen und Erlebnissen vor Ort in einem Blog regelmäßig berichten. Jeder meiner Unterstützer oder Interessierte kann sich selbst ein Bild der Lage und des Fortschritts machen. Transparenz ist mir dabei ganz wichtig!“
Blog auf vorwärts.de
Den vorwärts hat Nico Schernbeck bereits als Unterstützer gewonnen. Ab September ist sein Blog auf vorwärts.de lesen. Weitere Unterstützer können sich an den vorwärts(www.vorwaerts.de) wenden oder sich bei www.sci-d.de/ über Nico Schernbeck und seine Arbeit informieren. Wir hoffen auf spannende Berichte und auf einen Aufbruch in Togo.







